Ich fasse keinen Gedanken mehr

Schwer ruht das Antlitz am Glas
Nass sind die Straßen
Doch sie glitzern nicht
Im ersten Sonnenlicht

© Dominik Alexander / 2025

Fundament für ein neues Jahr

Es muss etwas brechen
Bevor der letzte Tag sich neigt
Es muss keine Brücke sein
Die hinter dir im reißenden Ozean versinkt

© Dominik Alexander / 2024

Jetzt nicht auch noch Nachrichten

Es ist schon etwas verrückt
Denn ich bin gar nicht beglückt
Über den kürzeren Tag
An dem ich zuvor noch sag

© Dominik Alexander / 2024

Placeboeffekt

Es war der neueste Schrei in der Stadt: die Wunderblume „Euphorica Celestis“. Ein unscheinbares, leicht welk aussehendes Pflänzchen in einem braunen Topf, das wahre Wunder bewirken sollte.

© Dominik Alexander / 2024

Schluckauf im Festzelt der Eitelkeiten

Draußen verschlingt ein Habicht die letzten Sonnenstrahlen
Ich fahre ihnen wieder nur hinterher
Es ist schwer an einem Tag im Herbst
Da kommt das Leben oft nicht mehr hinterher

© Dominik Alexander / 2024

gefangen

nicht gefangen
im tag eingegraben
ohne segensreiche gaben
weshalb auch?

© Dominik Alexander / 2024

Routine Killer

Ich schwebe an meinen Platz
Der das Denken verschlingt
Draußen weht mir der kühle Wind
Inspirationen um Augen und Ohren

© Dominik Alexander / 2024

Ziemlich zynisch

Eine Tramfahrt von knapp zehn Minuten genügte, um mir direkt den Tag zu vermiesen. So dachte ich, als ich ausstieg und ins Büro schlitterte. Denn selbstverständlich waren die Straßen blank geputzt, während auf dem Gehweg das blanke Eis lag.

© Dominik Alexander / 2024

Lost in Trachau

Ein aggressives Schweigen liegt über dem Land. Je älter ein Mensch wird, umso wortkarger läuft er an seinen Mitmenschen vorbei. Augenkontakt erlaubt er nur, wenn es sich nicht vermeiden lässt.

© Dominik Alexander / 2024