Da draußen ist die Welt mein Kino

Das sanfte Nieseln klopft mir sacht ans Fenster
Will zu mir rein
Doch lässt es sein
Mich gar zu sehr darum zu drängen

© Dominik Alexander / 2023

Unterwegs und nie richtig da

Liebe Fahrgäste, bitte ignorieren Sie die vorige Ansage. Wir fahren selbstverständlich durch bis Dresden.

© Dominik Alexander / 2023

Nachts surren die Wespen nicht

Im Sommer lieben mich die Wespen
Wenn ich draußen bin
Wenn sie mir den Schweiß von meiner Haut lecken können
Dabei surren sie mir ins linke Ohr

© Dominik Alexander / 2023

Was vom Tage übrig blieb —

— sind Bilder und Verlangen, belangloses Wünschen und sehnsüchtiges Streben ;
— sind Lebendigkeit und Vielfältigkeit

© Dominik Alexander / 2023

Ist es nur eine Allergie oder schon Krebs?

Krebsgeschwür ist so ein böses Wort
Es ist nur eine Folge von Buchstaben
Geschöpft aus neunundzwanzig Varianten
Drei davon die deutschoriginären Umlaute

© Dominik Alexander / 2023

Étude du monde

Les épreuves c’est comme nager contre le temps
Tourner là où il faut continuer
Ce n’est qu’une petite chose
Ne t’arrête pas ; sois soucieux

© Dominik Alexander / 2023

Vor dem Anfang

Vor dem Anfang gab es nichts, über das jemand hätte sprechen können; vor dem Anfang gab es niemanden, der etwas hätte sagen können.

© Dominik Alexander / 2022

Sonnet #18: Abendwind

Verschlungen von der Angst der Gegenwart
Berühren Münder sich durch Kohlenstaub
Die Sprache heut’ verliert an Eigenart
Und düster windet sich das Eichenlaub

© Dominik Alexander / 2021

Corona ist der Tod

Permanent diese Vergewaltigung der Sprache. Dünnpfiff als einseitige Kommunikation.

© Dominik Alexander / 2021